

Um das Projekt Umweltschutz wirklich voranzutreiben, bedarf es einer umfassenden Unternehmenspolitik, die sich nicht nur auf die Fahrzeugmodelle beschränkt. Daher verfolgt Mercedes-Benz auch bei der Produktion der Automobile das ehrgeizige Ziel, Emissionen und Abfälle weitestgehend zu reduzieren sowie schonend mit natürlichen Ressourcen umzugehen.
Sauberes Wasser gehört zu den wichtigsten natürlichen Ressourcen der Welt. Es rein zu halten hat höchste Priorität. Durch verschiedenste Verfahren biologischer oder auch chemischer Natur verhindert Mercedes-Benz die Verschmutzung des Grundwassers. Beispiel: abwasserfreie Werkstadt in der Niederlassung Köln. Schon in der Planungsphase wurde der Umweltschutz im Gesamtkonzept berücksichtigt. So funktioniert die rund 1.000 Quadratmeter große Werkhalle völlig ohne Abwasser und ist an kein Kanalnetz angeschlossen. Das Putzwasser, das bei der Reinigung anfällt, wird maschinell wieder aufgenommen. Durch eine Regennutzungsanlage, die das Brauchwasser für die Toilettennutzung speist, lässt sich der Wasserverbrauch nochmals reduzieren. Öl- und fettverschmutztes Wasser wird durch einen Koaleszenzabschneider vorgereinigt. Zum Einsatz kommen auch Mikroorganismen in Autowaschanlagen, die das hier entstehende Abwasser reinigen. Die Wassermenge, die von den kleinen fleißigen Helfern dabei pro Jahr gesäubert wird, entspricht der von etwa 19.000 Autowäschen.
Auch die Werke von Mercedes-Benz sind in die umfassenden Umweltschutzmaßnahmen eingebunden. Um die hohen Ansprüche zu erfüllen, werden schon bei der Planung eines Werkes viele Maßnahmen berücksichtigt und sind beispielsweise im Werk Rastatt mustergültig umgesetzt worden. 1990 entstand das Montagewerk auf einer Gesamtfläche von circa 147 Hektar. Mehr als 20 ökologische Ausgleichsmaßnahmen wurden im Werksumfeld schon vor dem ersten Spatenstich als Kompensation für den Flächenverbrauch initiiert. Ein Teil der Werksflächen besteht aus Grünanlagen mit 2.600 Bäume sowie 100.000 Büschen und Sträuchern stehen. Selbst an scheinbar „belanglose“ Dinge gedacht: 700 nachtfalterfreundliche Lampen ziehen nachts wesentlich weniger Falterarten an als konventionelle Leuchten.
Ein ebenfalls sehr wichtiger Bestandteil des Umweltschutzprogramms im Werk Rastatt ist die Energieversorgung. Gewährleistet wird sie durch ein Blockheizkraftwerk, das gleichzeitig für die Strom- und Wärmeproduktion zuständig ist. Der Vorteil von Blockheizkraftwerken liegt im hohen Gesamtwirkungsgrad von rund 80%. Vergleichbare konventionelle Stromerzeugungsanlagen erreichen dagegen nur etwa die Hälfte.
Weitere zahlreiche Maßnahmen wie Wärmeräder oder Regenwasseraufbereitung komplettieren das Umweltprogramm. Diese Maßnahmen führten nicht nur zu vielen Auszeichnungen, sondern auch zu dem schönen Nebeneffekt, dass sich die in Deutschland gefährdete Blauflügel-Prachtlibelle als Nachbar angesiedelt hat.
Die Umweltpolitik von Mercedes-Benz ist kein inszeniertes Lippenbekenntnis: Das beweist die Auszeichnung aller Mercedes-Benz Werke in Deutschland mit dem EMAS-Siegel. EMAS regelt das systematische Umweltmanagement in Betrieben. Dazu gehören der Nachweis einer unternehmensinternen Umweltpolitik, die Ziele im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses enthält, eine klare Definition der Verantwortlichkeiten sowie die quantitative Erhebung von Indikatoren relevanter Umweltaspekte. Kontinuität ist dabei sehr wichtig für die Unternehmen. Denn alle drei Jahre muss eine Umwelterklärung abgegeben werden, um die Zertifizierung behalten zu können.

